Wing Tsun
Auch wenn WT offiziell erst 300 Jahre alt ist, merkt man/frau bei nahezu jeder Bewegung die Bedeutung einer über 2500 Jahre alten chinesischen Geistesgeschichte. Gerade in der Philosophie des Taoismus, welcher auf Lao-Tse zurückgeht, finden sich die Konzepte der sich ergänzenden Polaritäten wieder, in denen einer überlegenen Kraft durch nachgeben begegnet wird. Man/Frau vermeidet im Wing Tsun als körperlich schwächere Person die frontale Abwehr. Wir gehen aus der Linie und flankieren den Angreifer. Kräftekollisionen werden möglichst vermieden, denn sie sind kein erfolgversprechender Weg für eine physisch unterlegene Person.
Wing Tsun zeichnet sich dadurch aus, dass es viele verschiedene Konzepte in sich vereint. Es ist angereichert mit Strategie, Taktik, Selbstverteidigungs- und Kampfkunsttechniken.
Was in philosophischer Hinsicht eine Bereicherung darstellt, kann uns bei der Erlernung der Selbstverteidigung vor ein didaktisches Problem stellen. Hier müssen wir unterscheiden, welche Techniken wichtiger als Andere sind und verstehen wie die verschiedenen Konzepte ineinander greifen. Es muss eine Hierarchie in der Wichtigkeit des zu Zeigenden erstellt werden, da im Wing Tsun sowohl Selbstverteidigungskonzepte als auch Kampfkunstelemente nebeneinander existieren. Bei dem Durcheinanderwerfen von Selbstverteidigung und Kampfkunst wird Wing Tsun ansonsten komplett verwässert, ideenlos und dysfunktional.
Ein Problem, was beim traditionellen Wing Tsun Training auftauchten kann. Die SchülerInnenhaben in der Regel nicht nicht die Fähigkeit zu unterscheiden, welche Techniken für die Selbstverteidigung geeignet sind und welche zwar schön aussehen, aber schwer auszuführen sind. Da Kampfkunst und Effektivität sich zum Teil sogar ausschließen, habe ich eine eigene Methode für das schnelle Erlernen von Selbstverteidigungsfähigkeit entwickelt, das Triggerkonzept. 
Erst wenn sich durch das Erlernen dieser Methode merkbare realistische Selbstverteidigungsfähigkeiten entwickelt haben, zeige ich klassisches Wing Tsun weiter. Das beinhaltet dann auch Chi-Sao und das Formentraining. Gemäß des Mottos, erst kommt die Pflicht und dann die Kür bzw. erst die Selbstverteidigung und dann die Kampfkunst.